Es traf den Richtigen
Der Spruch, „Es hat mal wieder den Falschen getroffen.“ kennt jeder. Über gegenteilige Fälle wird viel zu selten gesprochen. Das wollen wir tun.

In jüngster Zeit hat es zweimal den Richtigen getroffen, den Vorsitzenden der Landesgruppe der Landsmannschaft Schlesien in Sachsen, Friedemann Scholz.

Im vergangenen Jahr erhielt er den polnischen Anna-Wasa-Kirchenpreis. Für seinen Einsatz für die deutsch-polnischen Beziehungen, insbesondere für seine Zusammenarbeit mit polnischen Ehrenamtlern und polnischen Dienststellen bei der Instandsetzung früherer evangelischer Friedhöfe in Schlesien.

In diesem Jahr wurde er mit der silbernen Ehrennadel des Bundesverbandes des Bundes der Vertriebenen (BdV) ausgezeichnet.

Die Gründe lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Die Landsmannschaft Schlesien, Landesgruppe Sachsen, wurde 1991 gegründet. Die Arbeit war viele Jahre durch Streitigkeiten und den häufigen Wechsel der Vorsitzenden gekennzeichnet. Erst 2008 wurde das anders, nachdem Friedemann Scholz zum Landesvorsitzenden gewählt worden war. Er lenkte die Landesgruppe zwar in ruhiges Fahrwasser, aber ihre Aktivitäten nahmen zu wie die eines Linienschiffes.

Von seiner Arbeit profitierte auch der Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen Schlesische Lausitz, der nach der Insolvenz des BdV-Landesverbandes gegründet wurde. Durch die umsichtige Finanzierung von Friedemann Scholz konnte die Landesgruppe der Landsmannschaft eigene Publikationen herausgegeben, eine eigene Internetseite einrichten, Informationsmaterial wie Faltblätter, Stecknadeln, Aufkleber etc. in Auftrag geben und die Gründung der Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen finanziell unterstützen.

Seit 15 Jahren organisiert er die ehrenamtliche Instandsetzung früherer evangelischer Friedhöfe in Niederschlesien, größere Projekte mit finanzieller Förderung der Sachkosten durch den Freistaat Sachsen. Nach anfänglichem Zögern der heutigen politischen Gemeinden ist es zu einer guten Zusammenarbeit gekommen. Mehrere politische Gemeinden haben Wimpel der Landsmannschaft oder die alten schlesischen Fahnen in ihren Räumen aufgehängt. An der Gräberarbeit beteiligen sich seit einigen Jahren auch die politischen Gemeinden, zivilgesellschaftliche Organisationen und katholische Kirchengemeinden. Hieraus erwachsen vielfältige Kontakte zwischen deutschen und polnischen Schlesiern. Im Mitteldeutschen Rundfunk und in der polnischen Presse wurde mehrfach über die Arbeit der Landsmannschaft Schlesien, Landesverband Sachsen, positiv berichtet. Man kann daher resümieren, dass es diesmal den Richtigen getroffen hat.

Im August erwartet die Landsmannschaft den Besuch einer Jugendgruppe aus Oberschlesien. Die Leser dieser Internetseite sind gespannt auf den Abschlussbericht.

Friedrich Zempel

PS. Die Deutsch-polnischen Beziehungen könnten besser sein, wenn es in den Schulen beider Länder mehr Sprachangebote für die jeweils andere Landessprache geben würde. Das angeblich fehlende Interesse ist eine schwache Ausrede. Jeder, der ein wenig Einblick in die Psyche der Schüler hat, weiß, dass die Schüler attraktive Angebote wählen. Der Einsatz von Studenten und jungen Muttersprachlern im Unterricht bei geringer Klassengröße würde die Zahl der Interessenten exponentiell vergrößern. Es fehlt mal wieder an Engagement und Fantasie, die Deutschland groß gemacht haben. Für diejenigen, die immer nach Vorwänden für Verständnisses suchen, die Klarstellung, dass Länder, die in der Mitte eines Kontinents liegen, nicht durch Kriege, sondern nur durch Toleranz, Frieden, Innovationen und Arbeit groß werden können.