„Familienstammbaum 2.0 – Wir sind Europäer“
Sehr geehrte Schulleiterinnen und Schulleiter,
sehr geehrte Damen und Herren,
die gemeinsame Geschichte zwischen dem Freistaat Sachsen und seinen Nachbarn Polen und Tschechien ist tief von den Umbrüchen des vergangenen Jahrhunderts geprägt. Flucht, Vertreibung und der Verlust der Heimat gehören zu den prägenden Erfahrungen vieler Familiengeschichten in unserer Region.
Heute, rund 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, blickt die europäische Jugend in eine gemeinsame, offene Zukunft. Doch wie halten wir die Erinnerung lebendig, wenn immer weniger Menschen der Erlebnisgeneration aus eigener Erfahrung berichten können?
Um junge Menschen aktiv für ihre eigene Geschichte zu begeistern und den grenzübergreifenden Dialog zu stärken, schreibt die Stiftung Erinnerung, Begegnung, Integration als Träger der Bildungsstätte „Transferraum Heimat“, gemeinsam mit dem Beauftragten für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Sachsen, den trinationalen Schülerwettbewerb „Familienstammbaum 2.0 – Wir sind Europäer“
aus.
Der Fokus liegt dabei auf Politischer Bildung, Geschichte, Geografie und Ethik. Die Leitfrage des Wettbewerbs lautet: Unsere Wurzeln sind verzweigt – wo liegen sie heute und wie prägen sie unser europäisches Selbstverständnis?
Ziel ist es, dass die Jugendlichen ihre eigene Migrations- oder Familiengeschichte über Generationen hinweg recherchieren, Familienmitglieder oder andere Personen interviewen, deren Wurzeln sich über die Ländergrenzen hinweg erstrecken. Dies schließt ausdrücklich auch heutige Erfahrungen von Migration ein. Dabei entsteht ein interessanter Einblick in die Vielfalt der Zusammensetzung unserer Gesellschaft und es kann sich zeigen, wie man mitgestaltet, damit das Land zur Heimat wird.
Der Herangehensweise und den Formaten sind keine Grenzen gesetzt. Es kann beispielsweise ein innovatives Dokumentationsformat wie eine interaktive digitale Storymap entstehen. So könnten z. B. über kostenlose Tools (wie ArcGIS StoryMaps oder Google Earth Projects) auf einer digitalen Europakarte die historischen Wanderungsbewegungen der Familie mit Punkten markiert und diese mit einem Pop-up-Fenster untersetzt werden, hinter dem sich eingesprochene Audio-Beiträge im Podcast-Stil, Familienfotos, Dokumenten oder kurzen Videoclips, die das Leben an historischen Orten beschreiben, verbergen.
Aber auch andere Darstellungsformen sind möglich: ob Storymap, Essay, Gedicht, Theaterstück, Comic, Präsentation, Video, Podcast, bildnerische oder musikalische Formen usw. – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Auch Gruppenarbeiten sind möglich. Eine Checkliste ist diesem Schreiben angehängt.
Warum lohnt sich eine Teilnahme für Ihre Schule?
● Curriculare Anbindung: Das Projekt lässt sich hervorragend in die Lehrpläne der Fächer Geschichte,
Religion/Ethik sowie Gemeinschaftskunde/Politische Bildung integrieren und etwa im Rahmen einer
Projektwoche umsetzen.
● Attraktive Preise: Neben Geldpreisen im Gesamtwert von 5.000 Euro erhalten die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer eine Urkunde; zudem werden die Beiträge der teilnehmenden Schulen in einem großformatigen Jahreskalender zusammengefasst, der allen kostenlos z. V. gestellt wird.
● Trinationale Begegnung: Die besten Teams werden zu einer finanzierten Abschlussbegegnung in den
Transferraum Heimat nach Knappenrode eingeladen, um dort mit Jugendlichen aus den Nachbarländern in den Austausch zu treten.
Für weitere Informationen stehen Ihnen das Team des Transferraums Heimat und der Beauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen zur Verfügung. Wir unterstützen auch gern die teilnehmenden Gruppen bei der historischen Einordnung oder der Vernetzung mit polnischen und tschechischen Partnerschulen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie diese Ausschreibung an Ihr Kollegium – insbesondere in den Fachschaften Geschichte, Gesellschaftswissenschaften und Religion/Ethik – weiterleiten und Ihre Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme ermutigen.
Für eine Nachricht, ob und welche Klasse ihrer Schule teilnimmt, wären wir dankbar.
Die Beiträge bitten wir, wegen der Vergleichbarkeit auf Deutsch (zweisprachig gehaltene Einreichungen sind ebenso zulässig) bis zum 31. Januar 2027 einzureichen an:
Stiftung Erinnerung, Begegnung, Integration
Kennwort: Schülerwettbewerb 2026/27
Werminghoffstraße 11
02977 Hoyerswerda/OT Knappenrode
Für Rückfragen larsdannenberg@gmx.de oder jens.baumann@smi.sachsen.de
Mit freundlichen Grüßen,
gez. Dr. Lars-Arne Dannenberg
Bildungs- und Begegnungszentrum Transferraum Heimat
gez. Dr. Jens Baumann
Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler des Freistaates Sachsen
