Bildungsfahrt nach Knappenrode

Vorbereitungen
Am 11. Juni 2024 trafen sich Frau Lilli Tews, Frau Galina Zerr und Herr Alexander Schulz vom Regionalverband Chemnitz SüdWestSachsen e.V., Mitglied im Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler/ Schlesische Lausitz e.V., in dem Evangelischen Schulungszentrum Chemnitz, zu ersten Gesprächen.

Die Landsmannschaften der Deutschen aus Russland und der Ost- und Westpreußen stellten sich bei den Lehrern Frau Schröter-Rosenkranz und Herrn Michael Feige vor. Dann wurden den Lehrern aufgezeigt, welche Möglichkeiten der Landesverband für Ihren Geschichtsunterricht bieten kann, um sie bei der Organisation von Wanderausstellungen, Erlebnisberichten und anderer Materialien von Flucht und Vertreibung nach 1945 bis jetzt zu unterstützen.

Wir kamen in der Unterhaltung auf unsere Schulungs- und Bildungsstätte „Transferraum Heimat“ in Knappenrode zu sprechen, wo sich ein außerschulischer Bildungsort befindet, deklariert vom Kultusministerium. Nach diesem Gespräch tauschten wir unsere Kontaktdaten aus und haben verabredet, in Verbindung zu bleiben.

Nach einer längeren Pause hat sich Herr Alexander Schulz bei den Lehrern gemeldet und er wurde mit der Aussage überrascht, dass im Frühjahr 2025 zwei 10. Klassen eine Fahrt nach Knappenrode wünschen und das Direktorrat des Evangelischen Schulzentrum dem zugestimmt hat. In einem Vorgespräch mit Herrn Dr. Jens Baumann und Herrn Michael Feige wurde der 19. und der 20. Mai 2025 eine Bildungsreise vereinbart.

Herr Schulz und Herr Feige besprachen dann in einem Telefonat die Einzelheiten der Fahrt. Das Programm sollte zusätzlich auch einen Abstecher zur „Sae Breeze“, dem letzten Beiboot der untergegangenen „Wilhelm Gustloff“, die auf den Geierswalder See liegt, beinhalten. Auch soll dort das kleine Museum besichtigt werden.

Im Vorfeld der Bildungsreise haben sich Frau Elfriede Feldmann (90), Irmgard Gläser (87), Lilli Tews (69) und Galina Zerr (81) bereit erklärt, Ihr Erleben von Flucht und Vertreibung den Schülern erzählen. Frau Maja Ulrich (18) wird ihren Vortrag “ Tradition und Brauchtum der verlorenen Heimat“ halten, den sie im Rahmen einer Schularbeit erstellt hat.

Reisebericht
Die Reise begann in Chemnitz mit dem Bus am 19. Mai 2025 um 08:15 Uhr. Unsere Erlebnisreferenten kamen aus Hohenstein-Ernstthal und Limbach-Oberfrohna. In Knappenrode im „Transferraum Heimat“ wurden die Schüler ins Klassenzimmer geführt. Dort wurde eine kleine Frühstückspause gemacht.

Danach wurde die Klasse geteilt. Die einen verließen den Klassenraum mit Herrn Dr. Jens Baumann und Herrn Dr. Jörg Bernig und wurden mit einem Vortrag durch die Räumlichkeit geführt. Die anderen blieben im Klassenraum sitzen und lauschten den Vertreibungs-berichten von Elfriede Feldmann, Galina Zerr und Lilli Tews. Nach 40 Minuten wurden gewechselt.

Den Abschluss bildete der Vortrag von Maja Ulrich über „Tradition und Brauchtum der verlorenen Heimat“ vor den Schülern, Lehrern und allen anderen Teilnehmern.

Die Rückfahrt nach Chemnitz führte über einen Zwischenstopp an den Geierswalder See. Dort wurde erst einmal ein Mittagessen eingenommen. Danach ging es an den See, wo das letzte Beiboot der „Wilhelm Gustloff“ am Pier liegt. Dort berichtete Herr Dirk Rolka über das Schicksal dieses Bootes und erzählte vom Untergang des Passagierschiffes, bei dem über 9.000 Menschen den Tod fanden.

Nach diesem anstrengenden Tag fuhren wir wieder nach Chemnitz.

Im Bus erzählte mir Herr Michael Feige, dass er sehr überrascht von den Schülern war, dass sie so leise und sehr aufmerksam den Erzählungen gelauscht haben. Außer Herrn Feige kamen am 19.05.25 auch Herr Dahlke und am 20.05.25 Frau Kalusa als Begleitung mit. Die nächsten Fahrten sind schon in Planung. Am 06.08.2025 wird ein Bus aus Chemnitz mit Geschichtslehrern nach Knappenrode fahren.

Alexander Schulz