80 Jahre Vertreibung
12. Sächsischer Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung am 21 September in Reichenbach/OL
2014 wurde der sächsische Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung auf Antrag der Landtagsfraktionen der CDU und FDP eingeführt. Die Initiatoren hatten beabsichtigt, einen Gedenktag einzurichten der in vielfältigen Veranstaltungen in den Kommunen und auf der Landesebene begangen wird. Diese Hoffnung hat sich nicht bestätigt. Bisher hat nur der Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz (LVS) jährlich eine Gedenkveranstaltung durchgeführt.
In diesem Jahr hatte sich die evangelische Kirchengemeinde in Reichenbach/OL bereitgefunden, einen Heimatsgottesdienst durchzuführen an den sich die Gedenkstunde anschließen konnte.
Eingeladen waren die im LVS zusammengeschlossenen Organisationen der Vertriebenen und Aussiedler in Sachsen, die deutschen Minderheiten aus Polen und Tschechien, alle Interessierten, insbesondere die Bürger von Reichenbach und Umgebung sowie viele Ehrengäste.
Nach der Begrüßung durch Dr. Manfred Hellmund in Vertretung des erkrankten Landesvorsitzenden Frank Hirche und Grußworten der Bürgermeisterin Carina Dittrich sowie des Mitgliedes des Senats der Tschechischen Republik und Bürgermeisters, Jiri Vosecky, hielt die sächsische Ministerin der Justiz, Frau Prof. Constanze Geiert, die Gedenkrede.
Ausgehend von der Vertreibungsgeschichte ihrer eigenen Familie betonte sie, dass die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten den Blick darauf lenken müsse, dass Krieg, Gewalt und Vertreibungen ein generelles Problem in der praktischen Politik seien, dass leider wieder große Konjunktur habe. Daher sei es wichtig, dass die Verbände der Vertriebenen und Aussiedler an die Ereignisse vor 80 Jahren, die anschließende Unterdrückung der deutschen Minderheiten und die Verleugnung des Vertreibungsschicksals in der DDR erinnern.
Aus dem gleichen Grund habe der Sächsische Landtag vor wenigen Tagen in Erinnerung an die Verabschiedung der Charta der Vertriebenen vor 75 Jahren eine besondere aktuelle Stunde durchgeführt. Die Ministerin sprach ausdrücklich an, dass nur große finanzielle Zwänge dazu geführt hätten, den Haushaltsansatz für die Verbände der Vertriebenen und Aussiedler zu kürzen.
Sie erinnerte daran, dass bisher der Ausbau des Transferraum Heimat durch den Freistaat großzügig gefördert wurde und gab der Hoffnung Ausdruck, dass sich die Finanzlage und damit eine bessere Förderlichkeit wieder bessern wird.
Im Anschluss an die Festrede wurde der ZukunftErbe-Preis der Stiftung „Erinnerung, Begegnung, Integration – Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen“ vergeben. Hierüber wird in einem besonderen Beitrag berichtet.
Die Gedenkstunde schloss mit dem gemeinsamen Singen der Nationalhymne.
Friedrich Zempel
