Zeitzeugenberichte über die Vertreibung vor 80 Jahren

Das „Sächsisches Zeitzeugenarchiv“ umfasst rund 200 Zeitzeugenberichte von Spätaussiedlern und Vertriebenen, die nach Aussiedlung oder Vertreibung in Sachsen Aufnahme gefunden haben. Die Berichte wurden von Ira Schirotzek im damaligen Haus der Heimat in Reichenbach/OL gesammelt. Mit Unterstützung ihres Mannes, des langjährigen Leiters des Hauses der Heimat in Reichenbach/OL, Professor Dr. Winfried Schirotzek, hat sie die Berichte verifiziert, regional zugeordnet und bei Unklarheiten im Kontakt mit den Zeitzeugen oder deren Nachkommen ergänzt. Viele Berichte waren in schwer lesbare Handschrift verfasst. Diese Berichte hat sie in Maschinenschrift abgeschrieben. Mario Morgner hat für die Berichte ein Schlagwortverzeichnis erarbeitet, sie digitalisiert und online gestellt.

Seit Oktober 2017 stehen die Berichte allen Interessenten nach Freigabe durch den Administrator, Daniel Morgner, zur Einsichtnahme zur Verfügung. Die Verbindung zu unserem Administrator und dem Archiv finden sie hier: http://zeitzeugenberichte.vertriebene-in-sachsen.de/

Die Erschließungssoftware Midosa bietet eine interaktive webbasierte Archivplattform über die Sie folgende Materialien Materialen finden:
– Zeitzeugenberichte
– Interviews (Audio / Video)
– Transkripte
– Fotografien und Dokumente
– Weiterführende Informationen

Unterschiedliche Rechercheoptionen (Personen, Meta-Daten und Volltextsuche) erlauben den gezielten Zugriff auf Dokumente. Lehrerinnen und Lehrer, Studentinnen und Studenten, Forscherinnen und Forscher, aber auch Schülerinnen und Schüler können die Dokumente nach Gruppen, Orten oder konkreten Erfahrungen durchsuchen und die Rechercheergebnisse online ansehen. Über Volltextsuche, Inhaltsverzeichnisse, Kartensuche und Register ist ein gezielter thematischer Zugriff auf einzelne Gebiete möglich. Nutzerinnen und Nutzer können ihre Suche in einer Druckansicht sichern und so um eigene Anmerkungen erweitern.

Träger des Projekts
Das Projekt „Zeitzeugenarchiv“ war eine Kooperation des Hauses der Heimat mit
der Stiftung „Erinnerung, Begegnung, Integration – Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen“,
dem Verein Erinnerung und Begegnung und
dem „Landesverband der Vertriebenen und Spätaussiedler im Freistaat Sachsen/Schlesische Lausitz„.

Förderung
Dieses Projekt wird mitfinanziert aus Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.
Gefördert wurde der Aufbau des Zeitzeugenarchivs durch:
Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien
Sächsische Staatsministerium des Innern (SMI)

Beispiel eines Recherche-Aufrufs: OPR-2003-005b-AK_005
„Erinnerungen – Leben und Schicksal einer ostpreußischen Familie“
Leben auf dem Lande/ Essen, derb und fett/ Ringelreihen und Kreisel/ Fest/ Die ersten Flüchtlinge/ Einmarsch der Russen/ Vaters Verschleppung/ Frau komm/ Tod der Schwestern/ Rückkehr nach Schmolaien/ Die ersten Polen/ Ich verurteile die Polen nicht/ Verfaulte Kartoffelmiete/ Waldbrand/ Von der Miliz verhaftet/ Vertreibung aus der Heimat/ Neuanfang/ Aktivist der FDJ/ Republikflucht/Reisen in die DDR/ Tod der Mutter/ Opas 100. Geburtstag/ Eine Beerdigung in der DDR/ Nachwort
Der Bericht ist dann über eine PDF- Datei abrufbar